Einige Gedanken zur verlorenen Strategie in wilden Zeiten

Haben Sie ein klares Bild davon, wo Sie hinwollen? Und den Rahmen und die Struktur, um dieses Ziel zu erreichen?

Die letzten 12 Monate waren in der Tat ein wilder Ritt: Die Pandemie hat uns alle unvorbereitet erwischt. Nicht nur diejenigen, die ein Unternehmen führen, sondern vor allem auch die, die für ein Land verantwortlich sind. Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel dafür, was passiert, wenn man keine Strategie hat und von Woche zu Woche plant und handelt. Aber um Staaten gehts in diesem Post nicht. Lassen Sie uns über unsere Unternehmensstrategie reden.

Mich hatte es letztes Jahr erwischt: von Tatendrang und Ideen, die ich aktiv anpacken wollte. Es war eine Mischung aus Existenz sichern, Unternehmen steuern, sich der Situation anpassen, Projekte abwickeln, Neues ausprobieren, von Chancen profitieren. Und der fortwährende Versuch, den Überblick behalten zu wollen. Schlussendlich zwang mich das Virus krankheitshalber in die Isolation. Eigentlich ein Geschenk. Denn ich nutzte die mir geschenkte Zeit für grundsätzliche Gedanken über mein Unternehmen und die Absicht, mir einen Überblick über meine Strategie zu verschaffen.

Die erste Erkenntnis war, dass ich die täglich auf mich einprasselnde Flut an negativen und für mich nicht relevanten Informationen in Zukunft ausblenden will: Pandemiezahlen, negative Nachrichten, wechselnde Expertenmeinungen, die Ohnmacht der Öffentlichkeit und die lebendig gewordene Unsicherheit. Letztendlich verunsichert mich das alles nur und die Informationsflut hilft mir keineswegs, den für mich besten Weg durchs Unternehmertum zu gestalten.

Die zweite Erkenntnis war, dass auch ich dieses eine grosse Bild aus dem Blickwinkel verloren hatte. Ich agierte zeitweise strategielos. Zwar dachte ich, dass ich eine Strategie hätte, doch es war alles andere als zielgerichtet. Kein Lauf auf der weissen Linie im Sturm. Ich verlor zunehmend das grosse Bild aus den Augen: Die mittel- bis langfristige Sicht.

Jetzt ist dieses konkrete Bild wieder da. Ich weiss ganz genau, wo ich in 3 Jahren sein will und in welchen Schritten ich dahin kommen werde. Ich erkenne wieder, was ich dafür tun muss. Mir ist bewusst, welches die wichtigen Fokusthemen meinerseits sind, wessen Hilfe ich dazu benötige und wie ich meinen Fortschritt messen und überprüfen will.

Das Schöne daran ist gerade, dass mich dieses Ziel Tag für Tag durch den ersten Monat des Jahres getragen hat. Und ich weiss, dass es einzig von mir selbst abhängt, ob ich meine Teilziele erreiche. Beispielsweise, ob es mir gelingt, dafür jeden Tag meine Komfortzone zu verlassen. Ob ich mir gebotene Gelegenheiten ausschlagen werde, weil sie nicht «on-strategy» sind und ob ich die notwendigen Zeitfenster im Tagesgeschäft schaffe, um die Ziele meiner Strategie umzusetzen.

Auch die Erfahrung aus aktuellen Strategy Sparring Sessions mit meinen Kunden ist dieselbe: Wenn andere uns nicht das Umfeld und die Struktur bieten, damit wir eine klare Sicht entwickeln und uns den passenden Rahmen geben können, dann müssen wir die Dinge selber in die Hand nehmen – und unser Bild selbst rahmen.


Patrick Utz Portrait

Patrick Utz

Rückblickend, war mein Leben als Sohn einer Unternehmerfamilie vorbestimmt. Vielleicht stieg ich gerade deshalb in der Maturaklasse aus. Und brach mit allen Erwartungen. In der praktischen Tätigkeit konnte ich schnell Fuss fassen. Berufsbegleitend bildete ich mich abends und an Wochenenden an der Fachhochschule und in Executive Programmen weiter. Am meisten aber lernte ich in der Praxis, wo ich zusehends mehr Verantwortung übernehmen konnte. Nach ersten Lehrjahren folgten Stationen in Marketing, Kommunikation, Verkauf und General Management. Ich durfte von den besten Vorbildern lernen. Bevor ich selbst Unternehmen gründete, veränderte, sanierte und erfolgreich aufbaute. Seit 2008 bin ich in der umsetzenden Beraterrolle und geniesse die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen meiner Kunden.

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