Bei einem grossen Softwarehersteller erzählte mir mal ein Business Unit Manager, dass die Quartals-Forecasts seiner Mitarbeiter regelmässig in Rauch aufgingen. Er musste sie immer wieder persönlich überarbeiten und schönen, um den “Reporting-Schaden” in Grenzen zu halten. Schlechtere Forecasts wurden oben nicht akzeptiert – nach dem Motto: "If you can dream it, you can make it."
Quartalsende: Blitzaktionen mit Rabatten, Kunden wurden gedrängt, Lücken geschlossen. Manche liessen sich drängen. Nicht wenige stiegen komplett aus.
Genau dieses Muster beschreibt Edinger trocken:
«Unternehmen erhöhen massiv die nach innen gerichtete Zeit — und es bleibt weniger Zeit für die eigentliche Arbeit des Verkaufens. Der Fokus verschiebt sich davon, die Vertriebsleistung zu verbessern, hin dazu, sie zu kontrollieren.»
Was als Transparenz-Reflex beginnt, endet als Excel-Theater. Das Team merkt schnell, dass schlechte Szenarien oben nicht gehört werden. Also malt es schöne Dörfer. Forecast-Wahrheit nach unten, Forecast-Wunsch nach oben. Excel als Potemkin.